„Ich achte darauf, auf gut beleuchteten Straßen zu bleiben, halte mein Handy griffbereit, damit ich im Notfall schnell jemanden kontaktieren kann und teile meinen Live-Standort mit nahestehenden Personen.“ „Manchmal rufe ich jemanden an, damit ich auf dem Heimweg nicht allein bin.“
„Ich trage ein kleines Licht bei mir und manchmal auch Tierabwehrspray oder Haarspray zur Sicherheit.“

Diese Personen bewegen sich nicht durch besonders gefährliche Gegenden oder leben in Hochrisikogebieten – sie sind Babysitter in Deutschland, die nach einem Job am Abend einfach nach Hause gehen.

Wenn wir an Kinderbetreuung denken, konzentrieren wir uns meist auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kinder und das ist auch richtig so. Aber es gibt einen weiteren Teil dieser Gleichung, der genauso viel Aufmerksamkeit verdient: das Wohlbefinden der Babysitter, besonders wenn sie sich nach der Arbeit auf den Heimweg machen.

Um besser zu verstehen, wie Babysitter diesen Moment erleben, hat Sitly fast 5.000 Babysitter in Deutschland und anderen europäischen Ländern befragt. Ziel war es, zu verstehen, ob sie sich sicher fühlen, wenn sie abends nach einem Job nach Hause gehen und ob sie zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen treffen. Das Ergebnis ist ebenso aufschlussreich wie ein klarer Aufruf zum Handeln: Fast zwei Drittel der Babysitter in Deutschland (64 %) treffen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

Gleichzeitig geben 57 % der Eltern in Deutschland an, dass sie sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Babysitter machen, wenn diese am Abend nach Hause gehen. Das zeigt: Die Sorge wird geteilt und damit auch die Verantwortung. Gemeinsam können Eltern und Babysitter dafür sorgen, dass Babysitter nicht nur gute Arbeit leisten, sondern im Anschluss auch sicher nach Hause kommen.

„Wenn wir über Kinderbetreuung sprechen, endet das Thema Sicherheit oft an der Haustür“, sagt Jules van Bruggen, CEO von Sitly. „Was diese Studie zeigt, ist, dass der Job für viele Babysitter – besonders für junge – eigentlich erst dann wirklich endet, wenn sie sicher zu Hause angekommen sind. Dass so viele Babysitter zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen treffen, sollte uns innehalten lassen. Nicht, weil Deutschland plötzlich unsicher ist, sondern weil sich das Sicherheitsgefühl verändert – und das verdient Aufmerksamkeit.“

Babysitter fühlen sich auf dem Heimweg am Abend nicht immer komplett sicher

Deutschland gilt generell als ein sicheres Land. Tatsächlich geben die meisten Babysitter an, dass sie sich sicher fühlen, wenn sie nach einem Babysitting-Job am Abend nach Hause gehen. Auf die direkte Frage, ob sie sich auf dem Heimweg nach der Arbeit am Abend sicher fühlen, antworteten 91 % der Babysitter mit Ja. Wird jedoch eine Anschlussfrage gestellt, ob sie abends zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen treffen, antworten 64 % der Babysitter in Deutschland mit Ja. Auch wenn dieser Wert niedriger ist als in Belgien (82 %) und den Niederlanden (97 %), zeigt er dennoch, dass es sich um eine bedeutende Gruppe von Babysittern handelt, die nach dem Job echtes Unbehagen oder sogar Angst verspüren.

Selbst Babysitter, die sagen, dass sie sich grundsätzlich sicher fühlen, treffen oft zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen. Das deutet auf ein unterschwelliges Unsicherheitsgefühl hin, das mittlerweile Teil des Alltags geworden ist.

Dabei spielt auch das Alter eine wichtige Rolle. Babysitting wird häufig von jungen Menschen übernommen, viele davon sind noch Teenager. Jüngere Babysitter berichten häufiger von stärkeren Unsicherheitsgefühlen als ältere, besonders dann, wenn sie spät abends allein nach Hause gehen müssen.

Prozentzahl der Babysitter, die auf dem Heimweg abends extra Vorsichtsmaßnahmen treffen

 Wie Babysitter in Deutschland versuchen, sich auf dem Heimweg abends zu schützen

Viele Babysitter kombinieren mehrere Strategien gleichzeitig, um sich auf dem Heimweg sicherer zu fühlen. Laut unserer Umfrage ist es am weitesten verbreitet, mit einer vertrauten Person in Kontakt zu bleiben. Babysitter schicken oft eine Nachricht, wenn sie losgehen und eine weitere, wenn sie zu Hause angekommen sind, telefonieren mit einem Elternteil, Freund oder Partner oder teilen ihren Live-Standort.

Auch die Wahl einer Route, die sich sicherer anfühlt, spielt eine wichtige Rolle. Babysitter berichten, dass sie bewusst schlecht beleuchtete Gegenden, Parks oder ruhige Straßen meiden, selbst dann, wenn das bedeutet, einen längeren Weg zu nehmen.

Darüber hinaus beschreiben sie viele kleine, aber aussagekräftige Gewohnheiten: ständig aufmerksam um sich schauen, das Handy geladen und griffbereit halten, die Schlüssel in der Hand tragen oder einen Personenalarm, wie z. B. eine Trillerpfeife, ein Tierabwehrspray oder Haarspray. Manche Babysitter bitten die Familie, sie bis nach Hause zu begleiten, ein Stück des Weges mitzugehen oder sie abzuholen, wenn es sehr spät ist oder sie sich unwohl fühlen.

Auf die Frage, wovor sie am meisten Angst haben, nennen viele Babysitter Belästigung oder einen Übergriff. Diese Vorsichtsmaßnahmen werden nicht leichtfertig getroffen, sondern sind praktische Reaktionen auf ein Gefühl der Verletzlichkeit.

Eltern in Deutschland sind aufmerksam – doch Babysitter erwarten mehr Fürsorge

Die Sicherheit von Babysittern sollte nicht nur ihre eigene Verantwortung sein, denn die Beziehung zwischen einer Familie und einem Babysitter basiert auf Vertrauen. Eltern vertrauen nicht nur ihre Kinder an, sondern oft auch ihren Abendablauf, ihr Zuhause und darauf, dass es dem Babysitter nach dem Job gut geht.

Prozentzahl der Eltern, die sicherstellen, dass ihre Babysitter nachts nach der Arbeit sicher nach Hause kommen

Laut der Umfrage machen sich 57 % der Eltern in Deutschland Sorgen darüber, wie ihr Babysitter abends nach Hause kommt. Einige bieten an, die Babysitter nach Hause zu fahren, ein Taxi zu rufen oder später am Abend eine Nachricht zu schicken, um zu fragen, ob sie gut angekommen ist.

Aus Sicht der Babysitter ist diese Aufmerksamkeit sehr willkommen. Auf die Frage: „Würdest du es gut finden, wenn die Eltern, für die du arbeitest, immer fragen würden, ob du sicher zu Hause angekommen bist?“ antworteten 58 % der Babysitter in Deutschland mit Ja. Auch wenn dieser Wert niedriger ist als in Belgien (72 %) und den Niederlanden (69 %), zeigt er dennoch, dass viele Babysitter selbst eine einfache Nachfrage als Zeichen von Wertschätzung empfinden.

Interessanterweise hängt das Verhalten der Eltern oft vom Alter der Babysitter ab. Jüngere Babysitter werden häufiger gefragt oder begleitet, als ältere. Dabei kann der Heimweg spät abends unabhängig vom Alter mit Risiken verbunden sein.

Fast die Hälfte der Eltern macht sich keine Sorgen um die Sicherheit ihrer Babysitter

Trotz des insgesamt hohen Bewusstseins in Deutschland für das Thema gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial. Rund die Hälfte der Eltern macht sich nicht aktiv Gedanken darüber, wie ihre Babysitter abends nach Hause kommen. Sie bieten nicht an, sie zu begleiten, organisieren keinen Transport und bitten auch nicht um eine „Ich bin angekommen.“-Nachricht.

Dabei möchten wir eine Sache nochmal nachdrücklich betonen: Die Beziehung zwischen einer Familie und ihrem Babysitter basiert auf Vertrauen. Und dieses Vertrauen endet nicht in dem Moment, in dem der Babysitter die Haustür hinter sich schließt.
„Babysitter kümmern sich um das, was Eltern am wichtigsten ist: ihre Kinder. Eltern müssen ihr Verantwortungsgefühl über die eigene Haustür hinaus ausdehnen“, erklärt Jules van Bruggen.

Als Elternteil spielst du eine wichtige Rolle dabei, sicherzustellen, dass dein Babysitter gut nach Hause kommt, besonders nach einem späten Einsatz. Von der Bitte um eine kurze Nachricht nach der Ankunft, bis hin zum Angebot, über Nacht zu bleiben, gibt es viele Möglichkeiten, wie du deinem Babysitter helfen kannst, sich auf dem Heimweg sicher zu fühlen.

Here are 6 practical ways you can help your babysitter get home safely.